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Seit 2021 erlaubt das Schweizer Betäubungsmittelgesetz wissenschaftliche Pilotversuche mit kontrollierter Cannabisabgabe zu Genusszwecken. Mittlerweile laufen acht solche Projekte in verschiedenen Kantonen und Städten — von Basel bis St. Gallen. Wir zeigen wo, wie und mit welchem Ziel diese Versuche durchgeführt werden. Wer ohne Wartezeit oder Anmeldung legal konsumieren will, findet ausserhalb der Pilotprojekte übrigens schon heute eine breite CBD-Auswahl im freien Verkauf.


Die rechtliche Grundlage

Seit dem 15. Mai 2021 ermöglicht Art. 8a des Betäubungsmittelgesetzes zeitlich und örtlich begrenzte, wissenschaftliche Pilotversuche mit kontrollierter Cannabisabgabe. Die Regelung ist auf zehn Jahre befristet und soll eine fundierte Grundlage für eine mögliche künftige gesetzliche Regulierung liefern. Es geht ausschliesslich um Genusskonsum durch Erwachsene — medizinisches Cannabis ist bereits seit 2022 separat per ärztlichem Rezept verschreibbar und nicht Teil dieser Versuche.

Im Rahmen der Pilotprojekte können Teilnehmende streng qualitätskontrollierte Produkte legal erwerben. Die komplette Lieferkette vom Saatgut bis zum Verkauf wird überwacht, eine Abzweigung in den Schwarzmarkt soll dadurch verhindert werden. Es gelten zudem strikte Vorgaben zum Jugend- und Gesundheitsschutz sowie ein absolutes Werbeverbot.


Die acht Pilotprojekte im Überblick

CanLeg

Kanton St. Gallen

Untersucht Nachfrage und Konsum von legal erworbenem Cannabis sowie den Einfluss verschiedener Vertriebskanäle, darunter als einziges Projekt auch der Versand per Post. Mit rund 5000 möglichen Teilnehmenden das grösste der acht Projekte.

Cann-L

Stadt Lausanne

Prüft Umsetzbarkeit und Wirkung eines Modells zur Cannabisregulierung durch nicht-gewinnorientierten Verkauf.

La Cannabinothèque

Vernier, Kanton Genf

Untersucht, ob ein Programm für regulierten Zugang das Wissen über Cannabiskonsum verbessert und gesundheitliche sowie soziale Risiken vermindert.

Cannabis Research Zürich

Kanton Zürich

Untersucht die sozialen und wirtschaftlichen Folgen einer möglichen Legalisierung von Cannabis zu Genusszwecken.

Grashaus Projects

Liestal & Allschwil, Basel-Landschaft

Strukturierter und kontrollierter Verkauf von Cannabis über lokale Verkaufsstellen.

SCRIPT

Bern, Biel & Luzern

Evaluiert wie sich regulierter, nicht-gewinnorientierter Verkauf in Apotheken kombiniert mit Beratung auf das Konsumverhalten auswirkt.

WeedCare

Kanton Basel-Stadt

Untersucht die gesundheitlichen Auswirkungen eines regulierten Cannabisverkaufs in Apotheken.

ZüriCan

Stadt Zürich

Untersucht wie regulierter Verkauf inklusive Beratung das Wissen über risikoärmere Konsumformen fördern kann.


Was die Projekte gemeinsam haben — und was sie unterscheidet

Alle acht Versuche verfolgen ein gemeinsames Grundprinzip: legaler, qualitätskontrollierter Zugang zu Cannabis für eine begrenzte, registrierte Gruppe Erwachsener im Rahmen wissenschaftlicher Begleitforschung. Die Unterschiede liegen vor allem im Vertriebsmodell. Manche Projekte setzen auf den Verkauf über Apotheken wie SCRIPT oder WeedCare, andere auf eigene, nicht-gewinnorientierte Verkaufsstellen wie Cann-L oder Grashaus Projects. CanLeg in St. Gallen testet als bislang einziges Projekt zusätzlich den Versand per Post — ein Modell das besonders für ländlichere Regionen interessant ist, wo der Weg zur nächsten Abgabestelle sonst deutlich länger wäre.

Gemeinsam ermöglichen die acht Projekte einen direkten Vergleich unterschiedlicher Vertriebssysteme und zeigen auf, welche Regelungsmodelle von Konsumierenden und der Bevölkerung akzeptiert werden — eine wichtige Grundlage für die politische Diskussion um eine mögliche zukünftige Cannabisregulierung. Unabhängig vom Ausgang dieser Diskussion bleibt das passende Zubehör wie Grinder, Papers oder Glasfilter für den bewussten Konsum relevant — egal welches Produkt am Ende im Vordergrund steht.


Was die Forschung herausfinden will

Die Pilotversuche sollen Erkenntnisse darüber liefern, wie sich ein kontrollierter Zugang zu Cannabis auf die physische und psychische Gesundheit der Konsumierenden sowie auf das Konsumverhalten auswirkt. Untersucht werden auch sozioökonomische Aspekte wie Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit oder auf familiäre und soziale Beziehungen, sowie der Einfluss auf den lokalen Schwarzmarkt, den Jugendschutz und die öffentliche Sicherheit. Die Verantwortlichen müssen das Bundesamt für Gesundheit jährlich über den Verlauf informieren, das daraufhin die Öffentlichkeit über die Ergebnisse informiert.


Häufige Fragen

Wie viele Cannabis-Pilotprojekte gibt es in der Schweiz?

Aktuell sind acht Pilotprojekte vom Bundesamt für Gesundheit bewilligt: CanLeg (St. Gallen), Cann-L (Lausanne), La Cannabinothèque (Genf), Cannabis Research Zürich, Grashaus Projects (Basel-Landschaft), SCRIPT (Bern, Biel, Luzern), WeedCare (Basel-Stadt) und ZüriCan (Zürich).

Kann ich als beliebige Person an einem Pilotprojekt teilnehmen?

Nein. Jedes Projekt hat eigene Zulassungsbedingungen, meist einen Wohnsitz in der jeweiligen Region und ein Mindestalter von 18 Jahren. Eine Anmeldung und ein Vorgespräch sind in der Regel Voraussetzung.

Ändert sich durch die Pilotprojekte die Cannabis-Gesetzeslage für alle?

Nein. Die allgemeine Rechtslage bleibt unverändert. Nur registrierte Teilnehmende der bewilligten Projekte haben im begrenzten Rahmen legalen Zugang zu Cannabis.

Gibt es eine legale Alternative ohne Teilnahme an einem Pilotprojekt?

Ja. CBD-Produkte mit einem THC-Gehalt unter 1% sind in der ganzen Schweiz frei verkäuflich, ohne Anmeldung oder Wohnsitzbeschränkung. Bei rauchwerk.ch findest du eine grosse Auswahl an CBD-Blüten und dem passenden Zubehör dazu.


Fazit

Die acht Schweizer Cannabis-Pilotprojekte sind ein einzigartiges, wissenschaftlich begleitetes Experiment zur Frage wie ein regulierter Cannabiszugang in der Praxis funktionieren könnte. Von Apothekenverkauf über nicht-gewinnorientierte Verkaufsstellen bis zum Postversand in St. Gallen wird eine breite Palette an Modellen getestet. Die Ergebnisse werden eine zentrale Grundlage für die künftige Cannabispolitik der Schweiz bilden.

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Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine rechtliche Beratung. Quelle: Bundesamt für Gesundheit (BAG).

Cannabis-Pilotprojekte Schweiz – die wichtigsten Fragen und Antworten

Was ist ein Cannabis-Pilotprojekt in der Schweiz?

Ein Cannabis-Pilotprojekt ist ein zeitlich und örtlich begrenzter, wissenschaftlich begleiteter Versuch mit kontrollierter Cannabisabgabe an Erwachsene zu Genusszwecken. Rechtliche Grundlage ist Art. 8a des Betäubungsmittelgesetzes, gültig seit Mai 2021. Aktuell laufen acht solche Projekte in verschiedenen Schweizer Kantonen und Städten.

Wer darf an einem Schweizer Cannabis-Pilotprojekt teilnehmen?

Teilnehmen dürfen nur registrierte, volljährige Personen, die die spezifischen Zulassungsbedingungen des jeweiligen Projekts erfüllen, meist inklusive Wohnsitz in der entsprechenden Region. Eine Anmeldung sowie ein Vorgespräch sind in der Regel Voraussetzung, bevor ein legaler Zugang zu kontrollierten Produkten möglich ist.

Wie lange dürfen die Schweizer Cannabis-Pilotprojekte laufen?

Die gesetzliche Regelung nach Art. 8a des Betäubungsmittelgesetzes ist auf zehn Jahre befristet. In diesem Zeitraum sollen die Pilotprojekte fundierte wissenschaftliche Erkenntnisse liefern, die als Grundlage für eine mögliche künftige gesetzliche Regulierung von Cannabis in der gesamten Schweiz dienen können.

Welches Pilotprojekt bietet als einziges Versand per Post an?

Das ist CanLeg im Kanton St. Gallen, das als bislang einziges der acht Schweizer Projekte zusätzlich den Versand per Post testet. Dieses Modell ist besonders für ländlichere Regionen interessant, in denen der Weg zur nächsten Abgabestelle sonst deutlich länger wäre.

Was unterscheidet das CanLeg-Projekt in St. Gallen von den anderen Pilotprojekten?

CanLeg im Kanton St. Gallen untersucht neben Nachfrage und Konsum auch den Einfluss verschiedener Vertriebskanäle, darunter als bislang einziges Projekt den Versand per Post. Mit rund 5000 möglichen Teilnehmenden ist es zudem das mit Abstand grösste der acht Schweizer Cannabis-Pilotprojekte.

Wie funktioniert das Pilotprojekt SCRIPT in Bern, Biel und Luzern?

SCRIPT evaluiert, wie sich ein regulierter, nicht-gewinnorientierter Verkauf von Cannabis über Apotheken kombiniert mit fachlicher Beratung auf das Konsumverhalten der Teilnehmenden auswirkt. Im Gegensatz zu vielen anderen Projekten läuft SCRIPT gleichzeitig an drei verschiedenen Standorten in der Schweiz: Bern, Biel und Luzern.

Was untersucht das Projekt ZüriCan in der Stadt Zürich genau?

ZüriCan untersucht, wie ein regulierter Verkauf von Cannabis inklusive begleitender Beratung das Wissen der Teilnehmenden über risikoärmere Konsumformen fördern kann. Anders als CanLeg oder SCRIPT ist das Projekt ausschliesslich auf die Stadt Zürich beschränkt und eines von insgesamt acht Schweizer Pilotprojekten.

Kann ich durch die Teilnahme an einem Pilotprojekt rechtliche Probleme bekommen?

Nein, solange du registrierter Teilnehmer eines bewilligten Projekts bist, ist der Zugang zu den dort erworbenen Produkten im begrenzten Rahmen vollständig legal. Ausserhalb dieser bewilligten Pilotprojekte bleibt Cannabis mit über 1 % THC für den Freizeitkonsum jedoch weiterhin grundsätzlich illegal.

Werden die im Rahmen der Pilotprojekte verkauften Produkte auf Qualität geprüft?

Ja, die komplette Lieferkette vom Saatgut bis zum Verkauf wird im Rahmen aller acht Pilotprojekte streng überwacht, um eine Abzweigung in den Schwarzmarkt zu verhindern. Zusätzlich gelten strikte Vorgaben zum Jugend- und Gesundheitsschutz sowie ein vollständiges Werbeverbot für sämtliche Projekte.

Wie viele Teilnehmende sind beim grössten Schweizer Cannabis-Pilotprojekt vorgesehen?

Beim grössten Projekt, CanLeg im Kanton St. Gallen, sind rund 5000 mögliche Teilnehmende vorgesehen, die Nachfrage und unterschiedliche Vertriebskanäle testen. Damit ist es deutlich umfangreicher angelegt als die übrigen sieben Schweizer Cannabis-Pilotprojekte, die in anderen Kantonen und Städten parallel laufen.